GRIS  ein Spiel wie ein leiser Herzschlag

25.03.2026

Heute mal ein Gaming-Tipp. Seltsam? Ganz und gar nicht, denn dieses Spiel fühlt sich an wie ein leiser Herzschlag nach einem Verlust.

(Die zu sehende Grafik ist nicht aus dem Spiel GRIS, um urheberrechtliche Probleme zu vermeiden. Ihr müsst aber ja nur ein wenig im Netz suchen und findet ganz viele Fotos und Videos zum Spiel.)

Auch wenn meine "Zocker-Karriere" wohl mit der Super Nintendo Konsole in den 90ern endete, begeistert mich derzeit ein Spiel auf der Nintendo Switch. Die Rede ist von GRIS, das zwar bereits 2018 erschien, mir aber erst jetzt zufällig in die Hände fiel.

Es ist kein Spiel im klassischen Sinn, d.h. kein "Schnell-Schnell", "Blink-Blink", keine fiesen Endgegner, keine Bestrafung, kein "Game over"; es ist vielmehr eine entspannte und bewegende Erfahrung, frei von Gefahr, Bestrafung und Frustration. Und frei von Tod.

Man spielt GRIS eine hoffnungsvolle, junge Frau, die sich in einer total faszinierenden Welt zurechtfinden muss und dabei eine schmerzhafte Erfahrung verarbeitet (Stichwort Trauerlandkarte!). Ihre Reise durch den Kummer manifestiert sich unter anderem in ihrem wandelbaren Kleid, das ihr besondere Fähigkeiten gibt. So kann GRIS zum Beispiel aus ihrem Mantel einen quadratischen Stein formen, der ihr nicht nur hilft, bei Sturm unbeschadet voranzukommen, sondern mit dem sie auch Steine zertrümmern kann, um einen neuen Weg zu erkunden.


Ins Grau fließen Farben

Man steuert GRIS durch zerbrechliche Landschaften, die am Anfang farblos sind, vielleicht wie Gefühle, wenn Worte fehlen. Im Laufe der Handlung wächst sie emotional und lernt, ihre Welt auf neue Art zu sehen. Mal ist sie ganz klein, mal ganz nah zu sehen. Mit der Zeit fließen dann immer mehr Farben ein, als würden sich GIRS' Trauer und ihr Schmerz langsam in Akzeptanz verwandeln. Es gibt keine echten Gegner, nur innere Schwere, die sich in zarte, aber lebhafte Landschaften verwandelt.

Die Grafik ist sehr filigran, die Animationen anmutend, die Musik wow! von der Band und Producern Berlinist, die über sich selbst treffend sagen: "Berlinist dreams about music and makes music like dreams." Es macht einfach Spaß und ist zugleich erfüllend, kreative Rätsel zu lösen oder einfach nur zuzuschauen und zuzuhören. Das Spiel kommt fast ohne Text aus, mit einfachen Hinweisen zur Steuerung mittels universeller Symbole.

Mein Resümee:

GRIS ist ruhig, fast zerbrechlich, und genau darin liegt seine Kraft. Das Spiel ist im Grunde eine künstlerische Darstellung von Trauer und Heilung. Es erzählt von Schmerz, ohne laut zu werden, und von Hoffnung, ohne sie aufzudrängen. Am Ende bleibt kein Triumphgefühl, sondern etwas Sanfteres: das Gefühl, wieder atmen zu können, wieder etwas Licht zu sehen. Und das ist genau das, was wir in Trauer brauchen.

PS: Wer neugierig geworden ist und einen Zugang zu dieser Art von Spiel und Auseinandersetzung mit seinen/ihren Gefühlen ist, kann das Spiel gerne in meinen Einzelsitzungen ausprobieren.

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