Weltkrebstag 

04.02.2026

Wenn Krebs ins Leben tritt und Trauer ihren Weg findet

Der Weltkrebstag, heute am 4. Februar, schafft Aufmerksamkeit für Betroffene, Angehörige und die vielen Menschen, die in Forschung, Versorgung und Selbsthilfe engagiert sind.

In Deutschland bekommt jedes Jahr etwa eine halbe Million Menschen eine Krebsdiagnose. Rund 230.000 sterben daran. Durch bessere Behandlungsmethoden, mehr Früherkennung und Vorsorge führt Krebs glücklicherweise heute seltener zum Tod als noch vor 20 Jahren. Dennoch bleibt Krebs die zweithäufigste Todesursache nach Krankheiten des Kreislaufsystems, und die Diagnose ist eigentlich immer verbunden mit der Angst vor dem Tod.

Viel tut sich in der Medizin, bspw. mittels KI-assistierter personalisierter Medizin, die individuelle, oft schonendere Therapien statt standardisierter Ansätze ermöglicht. Zudem ist erwiesen (laut WHO und DKFZ), dass rund 40 Prozent der Krebserkrankungen durch einen gesunden Lebensstil verhindern lassen.

Krebs ist "normal"

Und doch ist Krebs ein Prozess, der zum Leben dazugehört, denn jede(r) Zweite erkrankt mindestens einmal im Leben daran. Nur 5-10 % aller Krebserkrankungen entstehen durch angeborene genetische Defekte, d.h. der Großteil entsteht durch genetische Veränderungen, die wir erst im Laufe unseres Lebens erwerben. Das sagt unter anderem die Molekularbiologin und Autorin Dr. Hanna Heikenwälder, deren Buch "Krebs - Das Ende einer Angst" ich sehr empfehlen kann.

Der Titel ist natürlich plakativ und soll zum Kauf anregen, doch ich finde es gut, dass er damit Angst deutlich thematisiert. Denn sie ist ja zunächst gut, sie schützt uns vor Gefahren und gleichzeitig können wir Angst durch Wissen reduzieren. Nochmals: Krebs ist ein normaler Prozess des Lebens, und wenn wir uns frühzeitig damit beschäftigen, stehen unsere Chancen gut, ihn zu überleben.

Und was, wenn nicht?

Dann ist nichts, wie es einmal war, und wir trauern. Das ist schwer, unter anderem weil Krebs oft mit langer Leidenszeit einhergeht, viel viel Hoffnung und dem tiefem Fall, wenn der geliebte Mensch dann stirbt. Dann haben viele Hinterbliebene oft noch eine ganz persönliche Rechnung offen mit dem Krebs, wie z. B. die persönlichen Briefe hier an ihn eindrucksvoll zeigen: https://www.swr.de/leben/gesundheit/briefe-an-den-krebs-100.html. Aber auch Akzeptanz und Erkenntnis tauchen auf, "Ohne Dich wär' vieles ungelebt geblieben", so ein Satz in einem der Briefe.

Manche sagen, der Krebs sei ein Arschloch; na klar, total verständlich, das ist er ja auch, und man darf ihn verfluchen und die vielen vielen Fragen zulassen ("Warum er/sie?" "Hätte man doch…" usw). Und doch ist er wie anfangs beschrieben durchaus ein ständiger Begleiter des Menschen und bietet nach dem Tod wie jede Verlusterfahrung einen fruchtbaren Boden der Erkenntnis und Neufindung der eigenen Identität. Hier setzen wir in der Trauerbegleitung an, indem wir Gefühle anerkennen, sortieren (auch so wichtige Fragen wie Schuld beleuchten) und deinem Schmerz über kreative Übungen Ausdruck verleihen – einzeln oder in Gruppen. Auch dadurch nehmen wir dem Krebs etwas den Schrecken, die Angst, sodass dein Trauerprozess heilsam verläuft.

Melde dich gerne bei uns, wenn Krebs dein vorherrschendes Trauerthema ist. Wir kennen uns gut damit aus.